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Offener Betrug am Gegner
Vom
Auswärtsspiel in Altentreptow kam der MSV Groß Plasten
mit einer Niederlage im Gepäck zurück. Nicht die
Tatsache, dass man das erste Spiel der Rückrunde
verloren geben musste, erzürnte die Spieler, viel mehr
war es die Art und Weise, wie das Ergebnis zu Stande
gekommen war.
Bis
zur Halbzeitpause schien es noch eine Partie ohne
besondere Auffälligkeiten zu werden. Beide Mannschaften
neutralisierten sich fast völlig. Strafraumszenen waren
selten. Der MSV agierte aus einer dicht gestaffelten
Abwehr heraus und versuchte mit Kontern gefährlich zu
werden. Die beste Gelegenheit in Führung zu gehen, hatte
Jörn Gutsch, doch er verpasste knapp. So ging es torlos
in die Pause. Dass der Schiedsrichter bis zu diesem
Zeitpunkt tendenziell knifflige Szenen eher zu Gunsten
der Heimmannschaft auslegte war nicht besonders
verwunderlich und bewegte sich im Rahmen dessen, was auf
allen Fußballplätzen der Welt passiert.
Nach dem Wechsel und mit zunehmender Spieldauer verlor
der Unparteiische, der diesen Namen für dieses Spiel
nicht verdient, das Regelwerk jedoch völlig aus den
Augen. Zunächst ging Altentreptow unmittelbar nach
Wiederanpfiff durch einen satten unhaltbaren Flachschuss
in Führung. Ein unnötiger Ballverlust im Spielaufbau auf
Plastener Seite ebnete den Weg dafür. Im Anschluss
hätten die Gastgeber alles klar machen können. Doch der
2. Treffer gelang trotz guter Möglichkeiten nicht. Im
Gegenteil, ein Konter brachte den Ausgleich für den MSV.
Nach Zuspiel von Gutsch schlenzte Matthias Sedlak das
Leder aus 20 Metern unerreichbar in den oberen
Torwinkel. Ein Schock für den Tabellenzweiten. Und es
hätte noch schlimmer für Altentreptow kommen können.
Beltzer und erneut Sedlak fehlten nur das berühmte
Quentchen Glück, um die Plastener in Front zu bringen.
Nun aber gab der Schiri seine Zurückhaltung auf. Ein
stolpernder Spieler an der Strafraumgrenze wurde als
Anlass genommen, um einen Strafstoß zu verhängen. Selbst
die Einlassung des gefallenen Spielers, dass er gar
nicht gefoult wurde, half nichts. Altentreptow konnte
allerdings die Chance nicht nutzen und verschoss den
Elfer. Jetzt lief der Referee erst richtig zu Höchstform
auf. Nach mehrmaligen eindeutig falschen
Abseitsentscheidungen nutzte er die Möglichkeit, bei der
ersten nachvollziehbaren Unmutsäußerung einen
Platzverweis gegen den MSV auszusprechen. Als auch das
nicht half und die Gastgeber selbst in Überzahl nichts
Verwertbares zu Stande brachten, griff er erneut ein. In
der 5. Minute der Nachspielzeit war der Ball endlich im
Strafraum der Gäste, und als dann ein Spieler aus
Altentreptow Frank Sugint den Ball aus ca. 70 cm volley
an die Hüfte schoss, zeigte der Mann im gelben Hemd
wieder auf den Punkt und „erkannte“ auf Handelfmeter.
Als der Ball kurz danach im Netz zappelte, wurde das
Spiel nicht mehr angepfiffen. Das Planziel war erreicht,
der MSV Groß Plasten hatte verloren.
Die
letzte Szene war selbst Spielern und Offiziellen aus
Altentreptow so peinlich, dass sie den Schützen zum
Vorbeischießen aufforderten.
Auf
Nachfrage hatte der Schiedsrichter für sein Tun auch
eine Erklärung. „Ihr habt uns vor 3 Jahren auch
verpfiffen.“ Kommentar überflüssig!
Die
Spieler des MSV Groß Plasten haben beim 2. der Tabelle
eine klasse Leistung abgeliefert. Sie hätten den
Auswärtspunkt redlich verdient gehabt. Leider hatte eine
Person etwas dagegen. |