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05.05.2007 /18:00 Uhr / Greifswalder Volksstadion
Greifswalder SV 04 - SV Waren 09 3:1 (1:1)

Warener Aufstellung
Andreas Haase
Christian Senkpiehl - Rene Drabner - Nico Schwerin

Marcel Störr - Michael Kaul - Guido Timper
Mirko Löper(61. Stephan Pomorin) - Stefan Haase (53. gelb/rot)

Ronny Strübing - Jens Buschke
Greifswald: Rüh, Prieske, Glandt, Seering (52. gelb/rot), Möller, Schwandt, Orend (85. Matuszewski), Gerth (69. Weinmar), Maaßen (88. Gellentin), Krüger, Jahn

Torfolge:
0:1 7. Jens Buschke
1:1 41. Steffen Seering
2:1 49. Mike Gerth
3:1 71. Claas Weinmar

Klasse-Spiel trotz Niederlage

"Ihr werdet euer blaues Wunder erleben" tönte der Warener Trainer André Schröder vor dem Spiel. Und Recht sollte er behalten. Gegen einen wie die Feuerwehr beginnenden, feststehenden Aufsteiger standen die Warener gut gestaffelt und nahmen den Kampf an. Mit dem entsprechenden Kampfgeist, einer glänzenden Taktik und einer Prise Glück stemmte man sich gegen den mit einem atemberaubenden Tempo spielenden Gastgeber. Schon in der zweiten Minute klatschte der Ball an die Latte vom Haase-Gehäuse. In der vierten Minute eine Glanztat des Warener Torwartes gegen einen weiteren Kopfball. Aus allen Lagen wurde gefeuerte, aber meist hatten die Warener ein Bein dazwischen. Als in der siebenten Minute über die rechte Seite Ronny Strübing in die Spitze geschickt wurde und er maßgerecht auf den mitgelaufenen Jens Buschke passte, war die überraschende Führung der Warener perfekt. Die kurzzeitige Verwirrung des Meisters nutzten die Warener. Erneut zog Ronny Strübing an. Diesmal bediente er von links Guido Timper, der den Ball leider nicht unter Kontrolle bringen konnte. Es ging aber immer weiter Richtung Warener Tor. Als Stefan Haase leichtfertig den Ball an Möller verspielte und der auf den mitgelaufenen Maaßen spielte, war der Ausgleich eigentlich nur noch Formsache. Nein, der Abschluss landete weit über der Querlatte des Tores. Einen weiteren Hochkaräter hatte Seering nach Einwurf (20.) und kurzer Drehung. Der Schuss ging am langen Pfosten vorbei. Zwei Minuten später erneut höchste Alarmstufe im Warener Strafraum, der Ball überschritt aber ebenso wie in der 28. Minute als René Drabner auf der Linie klärte, nicht die Torlinie. In der 37. Minute hatte Nico Schwerin nach Doppelpass mit Guido Timper dann die Riesenchance zum 2:0. Er schoss in aussichtsreicher Position den Ball leider dem Torwart genau in die Arme. Kurz vor der Pause gelang dem langen Steffen Seering per Kopf nach einer Ecke doch noch der verdiente Ausgleich.

Nach der Pause schaltete der Gastgeber doch mehrere Gänge zurück und kam trotzdem in der 49. Minute durch einen Konter zur 2:1 Führung. Über rechts wurde Gerth freigespielt und ließ Andreas Haase keine Chance. Im Gegenzug hatte Jens Buschke die Ausgleichschance. Aus 10 Metern schoss er, schön freigespielt von Stefan Haase, vorbei. Das Spiel verlor jetzt deutlich an Qualität und die Greifswalder spielten nicht mehr so dominant. Und hätten die Warener die personelle Überlegenheit nach dem Feldverweis von Seering behalten, der Ausgleich wäre möglich gewesen. Der Schiri schickte aber postwendend nach dem einen Feldverweis auch Stefan Haase zum Duschen. Der Kommentar des Warener Fanclubs "Brigade Waren", der in unmittelbare "Tatnähe" positioniert war: "Ohne Schiri hab ihr keine Chance!"

Das 3:1 in der 71. Minute fiel dann erneut durch einen Konter der Greifswalder. Christian Senkpiehl hob das Abseits auf, der gerade eingewechselte Weinmar spielte noch Andreas Haase aus und der Ball landete am Pfosten. Dort konnte der zurückgeeilte Christian Senkpiehl den Ball leider nicht aus der Gefahrenzone schlagen und Weinmar spitzelte den Ball ins Tor. Der Sieg war jetzt in trockenen Tüchern und die Greifswalder bereiteten sich wohl schon auf die Aufstiegsfeier vor.

Erstaunlich auch die Wahl der Mittel bei der Bestrafung durch den Schiedsrichter, wobei es aber auch wirklich schwierig ist, bei der Anhäufung von Fallern Gutes vom Bösen zu unterscheiden. Der parteiische Warener Zuschauer sah es so: Wurden die Greifswalder Spieler nicht gefoult, fielen sie theatralisch gekonnt, mit lauter akustischer Begleitung und wälzten sich am Boden. Wenn sie wirklich mal getroffen wurden, sprangen sie sofort auf und belegten in agressivster Art und Weise ihre Gegenspieler. Überheblichkeit pur! Höhepunkt war die Tätlichkeit von Seering gegen Guido Timper, der um einen Ball kämpfte, den der Torwart prallen ließ. Guido ließ sich nicht provozieren, obwohl er ziemlich derb von Seering zu Boden geschubst wurde. Schiedsrichterentscheidung: Gelb für Timper (wofür?) und Gelb für Seering (eindeutig glatt Rot!). Der hatte kurz zuvor schon einmal die gelbe Karte gesehen und musste dennoch den Platz verlassen. Der Witz war dann eine Minute später die gelbe Karte (und damit auch Gelb/Rot) für Stefan Haase. Nach dem "zwanzigsten" Faller von Maaßen mit dem dazugehörigen Schreier musste Stefan Haase, von dem sein Gegenspieler höchstens den Atem merkte, vom Platz.

Die Greifswalder sind in diesem Jahr mit Abstand die beste Mannschaft und steigen verdient in die Oberliga auf. Glückwunsch! Diese Mannschaft hätte mit Sicherheit auch eine gute Figur in der Oberliga abgegeben. Fragt sich nur was passiert, wenn der Geldhahn nicht wieder aufgedreht wird. In der Pause musste man schon Aufrufe starten, um Geld zu spenden und hat sich mit dem Gedanken beschäftigt, garnicht aufsteigen zu wollen. Wohlgemerkt sind dies keine Gerüchte sondern Anmerkungen aus dem Halbzeitgespräch des Stadionsprechers mit Verantwortlichen des Vereins über die Stadionlautsprecher. Im Hintergrund versucht man dann auch schon kostengünstigen Ersatz für abwanderungswillige Spieler zu suchen. Mal sehen wie lange ohne das Geld des zwielichtigen Gönners der Greifswalder Aufschwung anhält. Vor zwei Jahren waren gerade mal dreißig einheimische Zuschauer im Stadion. Heute sahen das Spiel 670 Zuschauer bei professioneller Organisation rund um das Spiel.