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16.05.2006 / 18:30 Uhr / Warener Müritzstadion
SV Waren 09 - Hertha BSC 0:7 (0:4)

Andreas Haase (89. Phillip Stoll)
Christian Senkpiehl - René Drabner - Nico Schwerin (46. Andy Ullrich)
Pierre Hommel (46. Stefan Pomorin)
Andy Purlinski - Jens Buschke - Lukasz Zebrowski (82. Patrik Romanik) - Stefan Haase
Marcin Flejter (46. Danilo Duckhorn) - René Röpcke (46. Daniel Reichau)


Hertha BSC:
Gerhard Tremmel, Dick van Burick (63. Sofian Chahed), Marcelinho (46. Christian Müller), Ellery Cairo, Ashkan Dejagah, Zecke Neuendorf, Solomon Okoronkwo (46. Vaclav Sverkos), Oliver Schröder, Torben Marx, Sejad Salihovic, Christopher Samba (68. Andreas Thom)

Schiedsrichter: Rohde (Rostock), Bengsch (Groß Roge), Harder (Waren)

Torfolge:
0:1 6. Zecke Neuendorf
0:2 16. Zecke Neuendorf (Foulelfmeter)
0:3 35. Solomon Okoronkwo
0:4 42. Marcelinho
0:5 54. Zecke Neuendorf (Foulelfmeter)
0:6 69. Ashkan Dejagah
0:7 84. Torben Marx

Engagierter Zecke Neuendorf sorgt für deutlichen Sieg

Er zog immer wieder an den Ketten und ließ Spielfreude über die gesamte Spielzeit walten. Zecke Neuendorf war das Kommen zu diesem Fußballleckerbissen allein schon wert. Leider fanden kaum mehr Zuschauer als zum jährlichen Müritzderby den Weg ins Müritzstadion. Zu kurzfristig war die Ansetzung zustande gekommen, so dass viele Fußballfans aus der Region wahrscheinlich garnicht registrieren konnten, dass die sechstbeste Fußballmannschaft Deutschlands in Waren Station gemacht hat.

Gute Fußballkost blitzte allemal auf, auch wenn Marcelinho die Schwere der Aufgabe deutlich im Gesicht geschrieben stand. Seinen Torerfolg ließ er sich dennoch nicht nehmen. Nach fünf Fehlversuchen aus größerer Entfernung blitzte die Genialität des Berliner Paradiesvogels bei einem Freistoß aus 18 Metern auf. Als alle mit einem Lupfer über die gestellte Abwehr rechneten, knallte er den Ball an den Innenpfosten des langen Eck und fand Andreas Haase im Warener Tor, der mehrfach glänzend reagierte, auf dem falschen Fuß. Das 0:4 zur Pause stand fest und Marcelinho durfte in der Kabine bleiben.

Die Warener hatten sich vorgenommen wenigstens ein Tor zu erzielen und hatten dazu auch einige Male die Gelegenheit. So passte Lukasz Zebrowski in der 22. Minute auf den halblinks freistehenden René Röpcke, der leider etwas zu lange mit dem Schuss zögerte und das Tor knapp verfehlte. Die nächste lange Flanke von links unterschätze Gerhard Tremmel völlig und Andy Purlinski war einen Schritt zu schnell, um den unerwarteten Abpraller verwerten zu können. Die Berliner indes zeigten mehrfach sehenswerte Kombinationen, die teilweise zu Toren führten, aber auch unkonzentriert vergeben wurden (14. Marcelinho, 21. Okoronkwo, 24. Okoronkwo-Lattenkopfball, 34. Marcelinho).
In der 39. Minute zeigte der Schiedsrichter, der den Berlinern einen sehr freundlichen Foulelfmeter (Zecke fällt ohne gegnerische Einwirkung) zusprach, nicht auf den ominösen Punkt. Marcin Flejter setzte sich im Strafraum gegen zwei Gegenspieler durch und wurde unsauber von den Beinen geholt. Der Pfiff blieb diesmal aus. Schade! Zuschauer und Spieler hätten sich den Elfmeter verdient. Auch kurz vor dem Ende hätten sich die Berliner nicht beschweren können, wenn der Schiedsrichter auf den Punkt gezeigt hätte. Stefan Haase wurde bei einem Solo auf der 16-Meter-Linie gefoult. Diesmal kam der Pfiff, der Freistoß musste jedoch einen Meter vor dem Strafraum ausgeführt werden. Andy Purlinski führte schnell aus, schoss überhastet über den Kasten. Allerdings hatte der Schiedsrichter beim ersten Elfmeter (Handspiel von Jens Buschke auf der Torlinie) schon Gnade vor Recht ergehen lassen und den Warener Mittelfeldspieler nicht bestraft und Fußball ist auch bei einem Freundschaftsspiel kein Wunschkonzert.

Die größte Warener Chance bot sich dem gerade eingewechselten Danilo Duckhorn in der 47. Minute. Die Berliner Abwehr schlief wohl noch und Danilo Duckhorn tauchte plötzlich allein vor Tremmel auf. Leider zielte er knapp über das Tor. Ansonsten hatte Hertha das Spiel im Griff, schaltete aber einen Gang zurück. Ein Raunen ging nur noch in der 56. Minute durch das Stadion. Sverkos und Zecke Neuendorf trafen kurz hintereinander den linken und rechten Pfosten, den dritten Versuch meisterte Andreas Haase.

Nach dem Spiel zeigten sich die Berliner sehr zuschauerfreundlich und gaben den angereisten Fans geduldig Autogramme. Schade war, dass außer den WM-Teilnehmern und Verletzten auch die komplette Führungsriege fehlte. Das kannte man von Besuchen der Bayern, Hansa Rostock oder Energie Cottbus nicht. Weder der Manager Dieter Hoeneß noch der Assistent der Geschäftsleitung Michael Preetz fanden den Weg nach Waren. Der Veranstalter bilanzierte eine schöne Veranstaltung, bei der sich Aufwand und Resonanz leider nicht die Waage hielten.

Vorbericht:
Hertha BSC wird am Dienstag (16.5.06) im Land Fleesensee erwartet. Mit an Bord sind alle Größen der Bundesligamannschaft. Nur Arne Friedrich, Nico Kovac (beide WM) und der verletzte Yildiray Bastürck werden fehlen. Auch Michael Preetz und Andy Thom haben sich auf die Spielerliste setzen lassen. Mal sehen, was die beiden ehemaligen Ausnahmestürmer noch zu bieten haben. Für einen Kurzeinsatz wird es sicherlich noch reichen.

Beim SV Waren 09 ist man schon nervös, denn gegen einen international erfahrenen Gegner konnte man im Müritzstadion noch nicht antreten. Rechtzeitig zurück von seinem Auslandsaufenthalt im Kosovo ist Andy Purlinski. Eine Halbzeit sollte er auch bei Trainingsrückstand durchhalten. Stefan Haase ist nach seiner langen Verletzungspause ganz heiß auf das Spiel: "Mal sehen, vielleicht muss ich gegen Gilberto ran!", frohlockte er. Christian Senkpiehl sieht dem Spiel gelassen entgegen: "Ich freue mich auf jeden Gegenspieler! Gegen Bastürck hätte ich gern gespielt, der ist aber leider verletzt. Mal sehen, ob sich Marcelinho in meinem Aktionsraum aufhält." Toralf Schult und Mirko Löper können berufsbedingt leider nicht auflaufen. Dafür bekommen die A-Junioren Philipp Stoll (Tor) und Patrick Romanik (Mittelfeld) die Gelegenheit gegen den Bundesligisten zumindest erst einmal auf der Bank Platz zu nehmen. Mal sehen, ob es zu einer ersten Vorstellung im Warener Männerteam reicht. Zu wünschen wäre es den ergeizigen Nachwuchsspielern.