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Überraschung in Plasten
(N.
G.) Wohl kaum jemand hätte daran gezweifelt, dass der
MSV Groß Plasten gegen den unangefochtenen
Tabellenführer eine weitere Niederlage würde einstecken
müssen. Doch manchmal kommt es anders. Und so war den
Plastenern in einer insgesamt verkorksten Saison in
diesem Nachholspiel doch noch ein kleiner Lichtblick
vergönnt.
Wie
erwartet übernahmen die Gäste sofort die Initiative.
Kombinationssicher und die feinere fußballerische Klinge
schlagend war ihr Spiel gut anzusehen. Doch schon in
dieser Anfangsphase viel auf, das der direkte Zug zum
Tor fehlte. So kam der MSV Groß Plasten immer besser ins
Spiel. War es Überheblichkeit oder Nachlässigkeit der FC
Tollense brauchte lange um endlich etwas Zählbares zu
erreichen. Kurioser Weise halfen die Hausherren dabei
noch mit. Anstatt den Abschluss zu suchen verlor man den
Ball leichtfertig am gegnerischen Strafraum, und völlig
entblößte Abwehr war dem anschließenden Konter der
Tollensestädter nicht mehr gewachsen. Fuchs vollendete
gekonnt. Doch schon eine Minute später hätte der
Gleichstand wieder hergestellt sein können. Leider ging
der Freistoß von Gerd Twieg aus 35 Meter nicht ins Tor
sondern klatschte für alle unüberhörbar an die Latte.
Der Keeper wäre machtlos gewesen. So blieb es bis zum
Halbzeitpfiff von Schiri Kamenz bei der knappen
FCN-Führung.
Doch was sich nach dem Wechsel ereignete ist aus
Plastener Sicht doch schon recht ungewöhnlich. Und das
ist nur positiv gemeint. Wohl noch nie ist der FC
Neubrandenburg beim MSV so knapp an einer Niederlage
vorbeigeschrammt. Bereits 2 Minuten nach Wiederbeginn
war es der aufgerückte Enrico Kraatz, der mit einem
herrlichen Schlenzer in den Winkel den Ausgleich
erzielte. Die Gäste schienen jetzt regelrecht geschockt.
Leider konnten die Gastgeber die spürbare Verunsicherung
nicht nutzen. Jörn Gutsch, Frank Sugint oder Stefan
Härtel hatten mehrfach die Gelegenheit zu treffen. So
dauerte es bis zur 60. Minute ehe erneut Kraatz zur
Stelle war. Aus unmöglichem Winkel senkte sich sein als
Flanke gedachter Ball ins Tordreieck. Groß war der Jubel
auf dem Platz und an der Seitenlinie und noch stunden
nach dem Spiel fand Enrico die Bezeichnung „Fußballgott“
durchaus passend.
Jetzt doch an der Ehre gepackt wurden die
Neubrandenburger bissiger. Da auch der MSV weiter mutig
noch vorne spielte entwickelten sich die letzten 20
Minuten zu einem offenen Schlagabtausch. Einem
Pfostenschuss für den FCN folgte die Riesenchance zum
3:1. Doch Sven Mundt verzog. Dann die Szene, die dem MSV
den Sieg kostete. Bei einem Abschlag vom eigenen Tor
bringt Ronny rauch den Ball nicht zum Mitspieler, auch
nicht zum Gegner sondern er bugsiert den Ball über die
eigene Torauslinie. Er wusste hinterher selbst nicht wie
das zu Stande kam. Dies ist umso bedauerlicher, weil er
ansonsten eines seiner besten Spiele abgeliefert hatte.
Die anschließende Ecke brachte den Ausgleich. Aber die
Plastener gaben nicht auf. Frank Sugint und Stefan
Härtel hatten den Sieg noch in der Hand. Ersterer
scheiterte mit einem Kopfball, und Stefan Härtel fehlte
nach einem tollen Solo über den halben Platz einfach der
Mut selbst abzuschließen. So blieb es am Ende beim alles
in allem gerechten Unentschieden. Hätte man vor dem
Spiel ein solches Ergebnis prophezeit, wohl kaum jemand
hätte daran geglaubt. Jetzt war man sogar noch etwas
traurig, denn eigentlich war noch mehr drin als dieses
hoch verdiente Remis.
Aus
einer geschlossenen Mannschaftsleistung ragte neben dem
Doppeltorschützen aber vor allen Dingen Gerd Twieg
heraus. Und das nicht, weil er der älteste Spieler auf
Plastener Seite war. Nein, er war mit Abstand der beste
Spieler.
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